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Kosten pro Neukunde: Was ein Kunde deine Handy- oder Notebook-Werkstatt kosten darf
Ein Neukunde darf dich höchstens so viel kosten, wie du vom Rohertrag des ersten Auftrags (Umsatz netto minus Ersatzteile) für die Gewinnung abgeben willst. Deinen Höchstpreis je Anfrage bekommst du, wenn du diesen Betrag mit deiner Abschlussquote multiplizierst. Für eine Smartphone-Reparatur zahlen Kunden laut NIM-Studie 2026 im Schnitt 111 Euro brutto.
Ob Anzeige, Portal oder gekaufte Anfrage: Jeder Kanal kostet dich Geld, bevor der erste Euro Umsatz reinkommt. Die Kennzahl dafür heißt Kosten pro Neukunde, im Marketing oft Customer Acquisition Cost. Wie ernst das Thema auch größere Betriebe nehmen, zeigt eine Stellenanzeige eines Münchner Reparaturdienstleisters. Dort steht: „Jeder Kunde, den wir über Google gewinnen, kostet uns noch zu viel.“ Damit du kein Werbebudget verbrennst, zeigt dir dieser Ratgeber in vier Schritten, wie du für deine Handy-, Tablet- oder Notebook-Werkstatt eine Obergrenze festlegst.
Durchschnittlicher Reparaturumsatz
Am Anfang steht die Frage, was ein typischer Auftrag einbringt. Am besten nimmst du dafür die Rechnungen der letzten Monate aus deiner eigenen Buchhaltung, getrennt nach Smartphone, Tablet und Notebook. Fehlen dir noch eigene Zahlen, bietet eine Befragung des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM) mit 3.500 Teilnehmern vom April und Mai 2026 einen Anhaltspunkt.
| Gerätegruppe laut NIM | Ausgaben brutto | netto bei 19 % USt |
|---|---|---|
| Smartphones | 111 € | rund 93 € |
| Andere Elektronik (z. B. Computer, Fernseher) | 124 € | rund 104 € |
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Werte sind Durchschnitte aus Kundensicht, abgefragt als Ausgaben für Reparaturen in den letzten zwölf Monaten bei Personen, die mindestens ein Gerät haben reparieren lassen. Und hinter „andere Elektronik“ stecken sehr unterschiedliche Geräte, vom Laptop-Akku bis zum Fernseher-Mainboard. Einen eigenen Wert nur für Tablets oder Notebooks weist die Studie nicht aus. Für deine Kalkulation sind deine eigenen Zahlen deshalb immer besser.
Rohertrag statt Umsatz rechnen
Vom Umsatz eines Auftrags gehört dir nur ein Teil. Ersatzteile, Versand und Verbrauchsmaterial zahlst du zuerst. Was übrig bleibt, ist der Rohertrag. Davon bezahlst du Miete, Werkzeug, deine eigene Arbeitszeit und eben auch die Kundengewinnung.
Wie groß dieser Anteil in der Branche ist, lässt sich nur grob sagen. Laut Strukturerhebung des Statistischen Bundesamts für 2013 erzielten die Unternehmen der Wirtschaftsabteilung „Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern“ einen Umsatz von mehr als 3,0 Milliarden Euro und wendeten über 1,6 Milliarden Euro für Material auf. Das ist gut die Hälfte des Umsatzes. Die Zahl ist alt und umfasst auch Schuh-, Möbel- und Uhrenreparatur. Als Orientierung zeigt sie trotzdem, dass du mit dem Umsatz die Obergrenze deutlich zu hoch ansetzen würdest.
Rechne deshalb pro Auftragsart:
Rohertrag je Auftrag = Umsatz netto minus Ersatzteile und Versand
Beim Displaytausch am iPhone mit teurem Originalteil ist der Rohertrag klein, bei einer Platinenreparatur am MacBook mit wenigen Bauteilen groß. Ein Akkutausch am Android-Handy liegt irgendwo dazwischen. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf einzelne Auftragsarten.
Vergiss dabei die Arbeitszeit nicht. Laut derselben Erhebung lag der Personalaufwand der Branche 2013 bei mehr als 760 Millionen Euro, also bei rund einem Viertel des Umsatzes. Auch wenn du allein arbeitest und dir kein Gehalt im engeren Sinn zahlst, muss der Rohertrag deine Stunden mittragen. Ein Notebook, das drei Stunden Fehlersuche braucht, verträgt weniger Akquisekosten als ein Displaytausch, der in zwanzig Minuten durch ist. Nimmst du Einsendungen an, rechne außerdem Verpackung und Rückversand mit ein, sofern der Kunde diese Kosten nicht trägt.
Höchstpreis pro Neukunde ermitteln
Aus dem Rohertrag folgt deine Obergrenze für die Kundengewinnung. Welchen Anteil du dafür einsetzt, entscheidest du. Er hängt davon ab, wie viel Arbeitszeit der Auftrag bindet und ob der Kunde wiederkommt. Ein Kunde, der nach dem Handy später auch mit Tablet und Laptop vorbeikommt, ist mehr wert als der erste Auftrag. Belastbare Zahlen zur Wiederkehr gibt es dazu nicht, schätz diesen Wert vorsichtig anhand deiner Kartei.
Die Rechnung hat zwei Schritte:
- Höchstpreis je Kunde = Rohertrag je Auftrag × Anteil für Akquise
- Höchstpreis je Anfrage = Höchstpreis je Kunde × Abschlussquote
Die Abschlussquote ist der Anteil deiner Anfragen, aus denen ein Auftrag wird. Zähl ihn über ein paar Wochen mit einer einfachen Strichliste.
Ein Rechenweg mit Annahmen zeigt, wie stark die Abschlussquote wirkt. Angenommen sind ein Rohertrag von 50 Euro je Auftrag und ein Akquiseanteil von 40 Prozent, also 20 Euro je Kunde. Diese Werte sind gesetzte Beispielwerte, keine gemessenen Branchenzahlen.
| Abschlussquote | Höchstpreis je Anfrage |
|---|---|
| 25 % | 5,00 € |
| 50 % | 10,00 € |
| 75 % | 15,00 € |
Bei 25 Prozent Abschluss dürfte eine Anfrage in diesem Beispiel höchstens 5 Euro kosten, bei 75 Prozent bis zu 15 Euro. Wer sich schnell meldet und klare Preise nennt, kann sich also teurere Anfragen leisten.
Beispiel Google Ads gegen gekaufte Anfrage
Mit derselben Logik vergleichst du Kanäle. Für Google Ads nennt die Agentur ostend.digital im Handwerk 2 bis 6 Euro je Klick und eine Anfragequote von 5 bis 15 Prozent. Für Reparaturbegriffe rund um Handy und Notebook haben wir keine belegten Klickpreise gefunden, die Spanne ist deshalb nur eine Annäherung.
Eine Anfrage über Anzeigen kostet damit rechnerisch zwischen gut 13 Euro (2 Euro Klickpreis, 15 Prozent Anfragequote) und 120 Euro (6 Euro, 5 Prozent). Der US-Anbieter LocaliQ kommt in seinen Benchmarks für 2026 über alle Branchen auf 66,69 US-Dollar je Lead, bei Kfz-Reparatur auf 29,96 US-Dollar.
Bei reparatur-auftraege.de kaufst du echte Endkunden-Anfragen zu einem festen Preis, der alle 5 Werkminuten sinkt. Es gibt zwei Preise, für jedes Gerät gleich: Mit Telefonnummer startet eine Anfrage bei 50 Euro netto und fällt bis 15 Euro, nur mit E-Mail startet sie bei 40 Euro und fällt bis 10 Euro. Die Anfrage mit Telefonnummer ist mehr wert, weil du den Kunden sofort erreichst. Wer zuerst kauft, bekommt die Anfrage allein.
Bei gleicher Abschlussquote von 50 Prozent ergibt sich je gewonnenem Kunden:
| Weg | Preis je Anfrage | Kosten je Kunde bei 50 % |
|---|---|---|
| Google Ads, günstiger Fall | 13,33 € | 26,67 € |
| Google Ads, teurer Fall | 120,00 € | 240,00 € |
| Gekaufte Anfrage mit Telefonnummer, Start | 50,00 € | 100,00 € |
| Gekaufte Anfrage mit Telefonnummer, Mindestpreis | 15,00 € | 30,00 € |
| Gekaufte Anfrage nur E-Mail, Start | 40,00 € | 80,00 € |
| Gekaufte Anfrage nur E-Mail, Mindestpreis | 10,00 € | 20,00 € |
Leg das gegen deinen Höchstpreis aus dem vorigen Abschnitt, und du siehst schnell, welcher Weg für welche Auftragsart passt. Bei Aufträgen mit höherem Rohertrag, etwa Platinenreparaturen am MacBook, kann ein früher Kauf sinnvoll sein, damit du dir die Anfrage schnappst, bevor es ein anderer tut. Das gilt vor allem für Anfragen mit Telefonnummer, bei denen du den Kunden sofort erreichst. Bei günstigen Smartphone-Reparaturen lohnt eher ein Suchauftrag mit niedrigem Höchstpreis. Mehr zu den Preisstufen steht auf der Seite Preise, Hintergründe zum Einkauf im Ratgeber Leads kaufen im Handwerk.
Zur Ehrlichkeit gehört: Auch eine gekaufte Anfrage ist nur die Chance auf einen Auftrag. Sagt der Kunde ab, ist der Preis bezahlt. Reklamieren kannst du innerhalb von 48 Stunden, wenn kein angegebener Kontaktweg funktioniert, bei Spam, erfundenen Angaben, sachfremden oder doppelt gekauften Anfragen. Wir prüfen jeden Fall einzeln, gutgeschrieben wird auf dein Guthaben. Und Werbung hat Vorteile, die eine Tabelle nicht zeigt, etwa dass Kunden deinen Betriebsnamen kennenlernen.
Rechner: Umsatz, Marge, Abschlussquote
Für den Vergleich von Werbung und gekaufter Anfrage gibt es den Rechner. Du stellst dort Werbebudget, Klickpreis, Anfragequote, deine Abschlussquote und den Preis einer Anfrage ein und siehst die Kosten je gewonnenem Kunden für beide Wege. Die Zeit für die Pflege einer Kampagne ist darin nicht eingerechnet.
Für die Obergrenze aus Umsatz und Marge reicht eine kleine Tabelle, etwa so:
- Gerätegruppe eintragen, zum Beispiel Notebook.
- Durchschnittlichen Nettoumsatz aus deinen Rechnungen eintragen.
- Durchschnittliche Teilekosten abziehen, das ergibt den Rohertrag.
- Akquiseanteil festlegen und mit dem Rohertrag multiplizieren.
- Mit deiner Abschlussquote multiplizieren, das ist dein Höchstpreis je Anfrage.
Diesen Höchstpreis hinterlegst du direkt als Grenze in einem Suchauftrag. Der kauft dann automatisch, sobald der fallende Preis einer passenden Anfrage diese Grenze erreicht. Kein Abo, keine Grundgebühr, du zahlst nur, was du kaufst. Welche Geräte gerade angefragt werden, zeigt der Auftragsmarkt. Weitere Kanäle mit ihren Kosten vergleicht der Ratgeber Reparaturaufträge finden.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Kosten pro Neukunde?
Teil alle Ausgaben eines Kanals in einem Zeitraum durch die Zahl der Neukunden, die daraus entstanden sind. Bei gekauften Anfragen ist das der Preis je Anfrage geteilt durch deine Abschlussquote.
Was darf ein Neukunde in einer Handywerkstatt kosten?
Einen allgemeingültigen Wert gibt es nicht. Die Obergrenze ergibt sich aus deinem Rohertrag je Auftrag und dem Anteil davon, den du für Akquise ausgeben willst, ohne dass deine Werkstattstunde unbezahlt bleibt.
Warum mit dem Rohertrag rechnen und nicht mit dem Umsatz?
Ersatzteile wie Displays und Akkus kosten dich Geld, bevor du verdienst. In der Reparaturbranche lag der Materialaufwand laut Statistischem Bundesamt 2013 bei gut der Hälfte des Umsatzes, mit dem Umsatz zu rechnen würde die Obergrenze deutlich zu hoch ansetzen.
Gibt es einen Rechner für Werbekosten gegen gekaufte Anfragen?
Ja, auf reparatur-auftraege.de/rechner/ setzt du Budget, Klickpreis, Anfragequote, Abschlussquote und Anfragepreis ein und siehst die Kosten je gewonnenem Kunden für beide Wege.
Anfragen statt Klicks
Im Live-Markt siehst du echte Reparaturanfragen mit Gerät, Schaden und Region, bevor du zahlst.
- NIM: Das Recht auf Reparatur im Realitätscheck, NIMpulse 20, Juni 2026 (abgerufen 23.10.2026)
- Statistisches Bundesamt: Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich, Fachserie 9 Reihe 4.6, Berichtsjahr 2013 (Reparatur von DV-Geräten und Gebrauchsgütern) (abgerufen 23.10.2026)
- ostend.digital: Google Ads für Handwerker (19.07.2026) (abgerufen 23.10.2026)
- LocaliQ: Search Advertising Benchmarks 2026 (abgerufen 23.10.2026)
- munich-startup.de: Stellenanzeige eines Münchner Reparaturdienstleisters (Nr. 4934) (abgerufen 23.10.2026)
- Reparatur-Aufträge: Rechner Werbung oder gekaufte Anfrage (abgerufen 23.10.2026)
Weitere Ratgeber
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