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Displaytausch kalkulieren: So rechnest du Display, Akku und Ladebuchse sauber durch

Redaktion Reparatur-Aufträge (Vierstein) · Stand

Ein Reparaturpreis setzt sich aus Teilekosten mit Aufschlag, Arbeitszeit mal Stundensatz, einer Rücklage für Gewährleistungsfälle und deinen Kosten für die Kundengewinnung zusammen. Rechne jeden Posten netto und erst am Ende die Umsatzsteuer drauf. Eine gekaufte Anfrage bei Reparatur-Aufträge kostet für jedes Gerät mit Telefonnummer 50 bis 15 € netto, nur mit E-Mail 40 bis 10 € netto, das sind etwa 54 bis 11 % eines durchschnittlichen Smartphone-Reparaturumsatzes von 111 € brutto (NIM 2026).

Viele Werkstätten setzen ihre Preise nach Gefühl oder nach dem Laden um die Ecke. Das geht so lange gut, bis ein Display zum zweiten Mal kommt, ein Teilepreis anzieht oder du merkst, dass am Monatsende zu wenig übrig bleibt. Mit einer festen Kalkulation weißt du bei jedem Displaytausch, jedem Akku und jeder Ladebuchse, was du verdienst. Hier bekommst du den Rechenweg mit Platzhaltern, die du mit deinen eigenen Zahlen füllst. Marktpreise erfinden wir dabei bewusst nicht, denn deine Teile, dein Standort und dein Tempo sind anders als bei anderen. Unser Ansatz: Du reparierst, wir besorgen dir die Kunden. Damit sich das lohnt, muss deine Rechnung stimmen.

Die Grundformel für jede Reparatur

Jeder Reparaturpreis lässt sich aus fünf Bausteinen zusammensetzen. Alles netto gerechnet:

Baustein Platzhalter Was hineingehört
Teilekosten T Einkaufspreis des Teils inklusive Versand und Zoll
Teileaufschlag T × a Lager, Ausschuss, Bestellaufwand
Arbeit Z × S Arbeitszeit in Stunden mal Stundensatz
Gewährleistungsrücklage G Rücklage für Nacharbeit und Ersatzteile
Kundengewinnung K Kosten je gewonnenem Kunden

Daraus ergibt sich:

Nettopreis = T + (T × a) + (Z × S) + G + K

Darauf kommt die Umsatzsteuer. Bei 19 % ist der Bruttopreis also Nettopreis × 1,19. Wenn du Kleinunternehmer bist, entfällt dieser Schritt.

Stundensatz ermitteln

Der Stundensatz S ist der wichtigste Hebel. Er muss alle Kosten tragen, die nicht direkt an einer Reparatur hängen: Miete, Strom, Versicherung, Software, Werkzeug, Buchhaltung und dein eigenes Gehalt.

So rechnest du:

  1. Summiere deine festen Kosten pro Monat (F), inklusive dem Lohn, den du dir selbst zahlen willst.
  2. Schätze die Stunden pro Monat, in denen du wirklich an Geräten arbeitest (H). Annahme, Telefon, Bestellungen und Putzen zählen nicht dazu.
  3. Dein Mindeststundensatz ist S = F ÷ H.

Ein typischer Fehler: H zu hoch ansetzen. Wer 160 Stunden im Laden steht, verbringt davon oft deutlich weniger an der Werkbank. Schreib zwei Wochen lang mit, wie viel Zeit wirklich auf Reparaturen fällt. Das ist die ehrlichste Zahl, die du bekommen kannst.

Displaytausch kalkulieren

Beim Display bestimmen Teil und Qualität den Preis stärker als bei jeder anderen Reparatur. Rechne pro Modell und Qualitätsstufe getrennt, also etwa Originalteil, Service-Pack und Nachbau.

Ein Wort zur Gewährleistung: Eine Reparatur ist ein Werkvertrag. Mängelansprüche verjähren nach § 634a BGB bei Arbeiten an einer Sache in zwei Jahren, gerechnet ab der Abnahme. Die Rücklage G deckt also ein Risiko über einen langen Zeitraum ab. Wenn du günstigere Nachbau-Displays anbietest, rechne für sie eher eine höhere Rücklage als für Originalteile und sag dem Kunden klar, welche Qualität er bekommt.

Akkutausch kalkulieren

Der Akku ist meist schneller getauscht, dafür ist die Zahl der Rückläufer schwer vorherzusagen. Achte auf:

Ladebuchse kalkulieren

Bei der Ladebuchse schwankt der Aufwand stark. Mal ist es ein steckbares Modul, mal muss gelötet werden, mal liegt der Fehler gar nicht an der Buchse.

Was eine gekaufte Anfrage im Verhältnis kostet

Jetzt kommt K, der Posten, den viele vergessen. Jeder Kunde kostet dich Geld, egal ob über Werbung, Provision oder eine gekaufte Anfrage. Die Formel lautet:

K = Preis je Anfrage ÷ Abschlussquote

Wenn du zum Beispiel von vier gekauften Anfragen eine zum Auftrag machst, liegt deine Abschlussquote bei 25 %. Dann kostet dich ein Kunde das Vierfache einer Anfrage. Deine eigene Quote kennst du erst nach einigen Wochen. Notier deshalb jede Anfrage und ob sie zum Auftrag wurde.

Die Preise bei Reparatur-Aufträge sind fest und öffentlich. Sie gelten für jedes Gerät gleich und hängen nur davon ab, ob der Kunde eine Telefonnummer angegeben hat:

Anfrage Startpreis netto Mindestpreis netto
Mit Telefonnummer 50 € 15 €
Nur E-Mail 40 € 10 €

Eine Anfrage mit Telefonnummer ist mehr wert, weil du den Kunden sofort erreichst. Alle 5 Werkminuten wird eine Anfrage günstiger. Wer zuerst kauft, bekommt sie allein, also teilst du den Kunden mit niemandem. Ein Suchauftrag kauft passende Anfragen automatisch, ein Abo gibt es nicht. Reklamieren kannst du innerhalb von 48 Stunden, wenn kein angegebener Kontaktweg funktioniert, bei Spam, erfundenen oder sachfremden Anfragen und bei doppeltem Kauf. Details stehen unter Preise.

Zum Einordnen eine belegte Zahl: Laut NIM (Befragung mit 3.500 Personen, Frühjahr 2026) gaben Kunden für eine Smartphone-Reparatur im Schnitt 111 € aus. Geht man davon aus, dass das ein Bruttobetrag ist, sind das rund 93,28 € netto. Eine Anfrage mit Telefonnummer entspricht davon zum Startpreis von 50 € etwa 53,6 %, zum Mindestpreis von 15 € etwa 16,1 %. Nur mit E-Mail sind es zum Startpreis von 40 € etwa 42,9 %, zum Mindestpreis von 10 € etwa 10,7 %. Mit deiner Abschlussquote q rechnest du daraus K aus und siehst sofort, ob die Reparatur noch Rohertrag abwirft.

Ein Beispiel mit Platzhaltern: Liegt dein Nettopreis ohne K bei P, und deine Abschlussquote bei q, dann bleibt nach Kundengewinnung P minus (Anfragepreis ÷ q) übrig. Ist das Ergebnis höher als deine Kosten aus T, a, Z × S und G, lohnt sich der Kauf.

Kalkulation im Alltag pflegen

Eine Kalkulation ist nur so gut wie ihre Zahlen. Ein paar Gewohnheiten helfen:

Wenn du deine Werte einmal eingetragen hast, nimmt dir der Rechner einen Teil der Arbeit ab. Welche Preise Kunden überhaupt zu zahlen bereit sind, zeigt der Ratgeber Reparaturpreise und Zahlungsbereitschaft. Und wenn du wissen willst, was ein Neukunde über andere Kanäle kostet, lies Kosten pro Neukunde in der Werkstatt.

Häufige Fragen

Wie lange muss ich für einen Displaytausch haften?

Eine Reparatur ist rechtlich ein Werkvertrag. Mängelansprüche verjähren nach § 634a BGB bei Arbeiten an einer Sache in zwei Jahren, gerechnet ab der Abnahme, also meist ab der Abholung.

Wie viel geben Kunden im Schnitt für eine Handyreparatur aus?

Laut einer Befragung des NIM mit 3.500 Personen (Frühjahr 2026) lagen die Ausgaben für eine Smartphone-Reparatur im Schnitt bei 111 €.

Soll ich die Kosten für Kundengewinnung in den Preis einrechnen?

Ja. Jeder Kunde kostet dich etwas, ob über Werbung, Provision oder eine gekaufte Anfrage. Teile diese Kosten durch die Zahl der Anfragen, die zum Auftrag werden, und rechne das Ergebnis als eigenen Posten ein.

Was kostet eine gekaufte Anfrage für ein iPhone Pro?

Bei Reparatur-Aufträge so viel wie für jedes andere Gerät. Mit Telefonnummer startet eine Anfrage bei 50 € netto und fällt alle 5 Werkminuten bis auf 15 €, nur mit E-Mail startet sie bei 40 € und fällt bis auf 10 €.

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